Brennnesseln wachsen überall und sind eher unbeliebt. Dabei ist die Brennnessel eine unglaublich tolle Heilpflanze und ein wahres Superfood in Bezug auf Mineralstoffe. In diesem Artikel erfährst du ganz viel über die Heilkräfte und die Verwendungsmöglichkeiten dieser Wildpflanze.
Botanik
Die Große Brennnessel (botanisch Urtica dioica) gehört einer eigenen Pflanzenfamilie an, den Brennnesselgewächsen (Urticaceae).
Urtica ist ein lateinisches Wort und bedeutet Die Brennende. Das Wort dioica bedeutet zweihäusig. Es gibt nämlich männliche und weibliche Brennnesselpflanzen.
Die Brennnessel gilt als Stickstoffzeiger, das heißt, sie wächst vor allem an stickstoffreichen Standorten, also überall dort, wo die Böden stark gedüngt oder auf eine andere Weise belastet sind.
Wie gesund sind Brennnesseln?
Brennnesseln sich reich an Eisen und Calcium.
Brennnesseln sind eiweißreich und enthalten viele Mineralstoffe. Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Calcium und Eisen. Daneben sind auch Silizium und Kalium zu erwähnen. Auch in Bezug auf Vitamine ist die Brennnessel mit einem Gehalt von über 200 mg Vitamin C und dazu noch Provitamin A und Vitamin K ein echtes Superfood.
Der hohe Calcium-Gehalt der Brennnessel ist besonders für die vegane Ernährung interessant, wo Milch als übliche Calciumquelle wegfällt. Deshalb ist Brennnesselgemüse als ein besonders gesundes grünes Blattgemüse sehr zu empfehlen.
Dank des hohen Eisengehalts sind Brennnesseln für Frauen mit einer starken Menstruationsblutung sehr wertvoll.
Verwendet werden vor allem die Blätter, aber auch die Samen der Brennnesseln.
Brennnesselblätter kannst du ab März bis in den Sommer hinein ernten, besonders schmackhaft sind die frischen jungen Blätter im März und April, wenn sie noch zart sind. Die älteren Blätter sind etwas zäher und deutlich herber im Geschmack, aber ebenso genießbar. Brennnesseln kannst du ähnlich wie Giersch für alle Gerichte verwenden, für die du sonst Spinat verwenden würdest. Probiere doch mal Brennnesseln oder Giersch mit Knoblauch in etwas Olivenöl gebraten zu Nudeln oder auf selbstgebackener Pizza. Dazu passen Tofu, (veganer) Feta oder Pinienkerne. Auch Brennnesselsuppe schmeckt sehr gut.
Brennnesseltee für Blase und Niere
Brennnesseltee wirkt entgiftend, entwässernd und harntreibend und ist daher ein probates Mittel bei Blasenentzündung, Wassereinlagerungen (auch im Rahmen von PMS) oder einfach zum Entgiften, z.B. im Rahmen einer Frühjahrskur.
Brennnesseln sind wichtige Futterpflanzen für Schmetterlinge
Und nicht nur für uns sind Brennnesseln wertvoll. Auch für die Natur ist diese Wildpflanze äußerst wichtig. Brennnesseln sind unter anderem eine wichtige Futterpflanze für zahlreiche Schmetterlingsraupen, z.B. für die Raupen des Tagpfauenauges. Diesen wunderschönen Schmetterling hast du bestimmt auch schon mal gesehen.
Wenn du einen Garten hast, dann lass doch zumindest in einer wilden Ecke einige Brennnesseln stehen. Die Schmetterlinge werden es dir danken.
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Quellen und Literatur über Wildkräuter
Fleischhauer, S.G., J. Guthmann & R. Spiegelberger (2007): Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden. AT Verlag.
Grahofer, E. (2018): Wildnisapotheke. Hausmittel aus 400 Jahren. Freya Verlag.
Storl, W.-D. (2007): Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor. KNAUR Menssana.
Storl, W.-D. (2018): Die Unkräuter in meinem Garten. 21 Pflanzenpersönlichkeiten erkennen & nutzen. GU.